Aktuelles

Die Übungsleiterpauschale ist für unsere örtlichen Sportvereine von großer Bedeutung. Ohne sie wäre vor allem das große Angebot im Breitensport in unserer Stadt Leverkusen nicht möglich. Die schwarz-gelbe Landesregierung will aber jetzt ausschließlich den Leistungssport mit zusätzlich 5 Mio Euro fördern.
Das halte ich für falsch. Der Vereinssport ist die Basis für den Nachwuchs im Leistungssport und bietet sportliche Betätigung für den ganz normalen Bürger. So wichtig die Förderung des Leistungssports auch ist, am Ende profitiert er von einem lebendigen Amateursport. Deshalb haben wir in der rot-grünen Landesregierung die Übungsleiterpauschale in den letzten beiden Jahren regelmäßig erhöht, um unsere Sportvereine bei den gestiegenen Kosten zu unterstützen.

Gerade in Leverkusen spielt Sport eine wichtige Rolle: In Leverkusen gibt es 112 Sportvereine mit über 40.000 aktiven Mitgliedern, davon 16.000 Kinder und Jugendliche. Die Sportvereine sind damit ein bedeutender Teil des Leverkusener Lebens und sie alle sind auf die Unterstützung durch die Übungsleiterpauschale angewiesen.

Ich und meine Kollegen aus der Landtagsfraktion drängen darauf, dass die Landesregierung die Übungsleiterpauschalen erhöht. Dafür haben wir im Landtag einen Haushaltsantrag zur Erhöhung der Übungsleiterpauschalen von jetzt 25.633.800 Euro um 900.000 Euro gestellt. Denn was bringen uns die schönsten Erfolge deutscher Spitzenathleten, wenn in Zukunft die Sportplätze und -Hallen leer bleiben?

Anlässlich der öffentlichen Anhörung von Sachverständigen zum Antrag „Mit Hebammen und Entbindungspflegern gut versorgt von Anfang an“ möchte ich Euch Agnes vorstellen. Ich kenne Agnes aus ihrer Zeit bei den SJD-Die Falken in Leverkusen und sie ist Hebamme. Im Gespräch mit ihr habe ich viel erfahren und gelernt. Doch lest selbst, warum es wichtig ist, die Rahmenbedingungen für Hebammen und Geburtshelfer zu verbessern.

Hallo Agnes,
wie ich Dir erzählt habe, führen wir im Landtag NRW eine Anhörung zur geburtshilflichen Versorgung und Elternbegleitung durch. Ich finde es wichtig, dass hier auch einmal eine Hebamme, die seit vielen Jahren tätig ist, zu Wort kommt.
Ich freue mich sehr, dass Du mit mir dieses Interview führst!

1. Frage: Wann hast du dich entschieden Hebamme zu werden?

Hallo Eva, danke für die Gelegenheit, unsere Arbeit und die Arbeitsbedingungen einmal auf diese Weise darstellen zu können! Zu Deiner Frage: kurz vorm Abitur habe ich entschieden, mich für die Hebammenausbildung zu bewerben. Das Abitur habe ich gemacht, um mir eventuell noch ein Medizinstudium in der Hinterhand offen zu halten. Ich übe den Beruf seit 2004 aus und bin seit 2005 freiberuflich tätig.

Warum hast du dich für den Beruf der Hebamme entschieden?

Das weiß ich eigentlich gar nicht so richtig…
Ich wollte schon immer etwas Medizinisches und Soziales machen und mein eigener Chef sein. Meine ältere Schwester hat als Hebamme gearbeitet und erzählte mir immer wieder Geschichten aus dem Hebammenalltag. Diese haben mich immer sehr fasziniert und interessiert. Mein allererster beruflicher Wunsch war das Medizinstudium. Leider war es aber zu dem Zeitpunkt nicht möglich, einen Studienplatz zu bekommen. Da ich nicht lange warten wollte, entschied ich mich für die Hebammenausbildung. Außerdem machte mir die Vorstellung, dass ich als Hebamme später mit Familie meine Arbeit sehr frei selber organisieren, bestimmen und gestalten kann, viel Lust auf den Beruf.

War bei der Berufswahl der Verdienst auch ausschlaggebend?

Der Verdienst war nie von Interesse, sonst hätte ich doch noch Medizin studiert oder was anderes gelernt. Ich habe in meinen Hochzeiten als Hebamme, also als ich Single war und noch keine Kinder hatte, gutes Geld verdient. Allerdings war ich kaum zu Hause und hatte keine Freizeit. Im Moment verdiene ich angestellt 600 Euro netto (30% Anstellung bei Lohnsteuerklasse 5). Der Verdienst in der Freiberuflichkeit unterliegt großen Schwankungen. Monatlich kommen zwischen 700 bis 1000 € dazu.

Wie haben sich die Rahmenbedingungen deines Berufes im Laufe der Zeit verändert?

Die Rahmenbedingungen haben sich in den nur 13 Jahren sehr verändert. Allerdings auch die Frauen und auch die gesellschaftlichen Ansprüche. Die Frauen sind anspruchsvoller, gleichzeitig geht ihnen die Intuition verloren. Zudem gebären fast alle nur noch in der Klinik, was aber damit zusammen hängt, dass sich Beleghebammen (Anm.: Beleghebammen sind freiberuflich arbeitende Hebammen, die mit einer oder mehreren Geburtskliniken einen Belegvertrag abgeschlossen hat, oder in einem Krankenhaus mit sogenanntem Belegsystem arbeitet) und Hausgeburtshebammen nicht mehr versichern können.
Als ich anfing zu arbeiten, gab es keine Arbeitsplätze für angestellte Hebammen. Somit musste ich NRW verlassen und landete in Baden-Württemberg, wo ich im Angestelltenverhältnis anfing. In dem kleinen Ort und in der Umgebung gab es dann aber so viele freiberufliche Hebammen, so dass ich erstmal nur angestellt war. Freiberuflich zu arbeiten war dann erst in Karlsruhe möglich. Seit Ende 2005 war ich also angestellt und freiberuflich.
Die Freiberuflichkeit ist mittlerweile an eine Menge Auflagen (z. B. Qualitätsmanagement) gebunden und sie umfasst viel mehr Zeitaufwand als früher. Das ist sehr schade, denn die Zeit, die ich am Schreibtisch verbringe, könnte ich den Frauen widmen, die noch Hebammenhilfe brauchen. Viele freiberufliche Hebammen geben deshalb und vor allem wegen der steigenden Haftpflichtprämien ihre Freiberuflichkeit auf.
Zu meinen Berufsbeginn hatte ich als Hebamme kaum Frauen zu betreuen, jetzt gibt es kaum Hebammen, die die vielen Frauen versorgen können. Das Telefon bimmelt rund um die Uhr mit Anfragen. Leider bin auch ich irgendwann „ausgebucht“. Eine 1:1 Betreuung in der Klinik ist schon lange nicht mehr möglich. Viel zu wenige Hebammen und die vielen administrativen Arbeiten werden mehr.

Wie finden dich eigentlich die werdenden Mütter?

Als Hebamme betreue ich die Frau und ihr Kind - eigentlich aber auch die ganze Familie - vor, während und nach der Geburt. Meine Aufgaben als Hebamme sind vielfältig und mein Arbeitsfeld ist weit gefasst.
Selten bin ich nur Hebamme, manchmal die Anwältin der Frau, manchmal die Übersetzerin, die die verschiedenen Sprachen übersetzt, manchmal die Psychotherapeutin, manchmal die Kriegerin für die Rechte der Frauen, manchmal die Schulter zum Ausweinen, manchmal die Beraterin und manchmal nur eine Freundin.
Ich muss die Fachfrau in meinem Fach sein, aber auch genauso Geschäftsfrau und natürlich auch Mutter.

Wie sieht ein typischer Tag von dir aus?

Ich stehe um sechs Uhr auf, versorge meine Kinder (zwei gehen in die Schule und einer in die Krippe). Um neun Uhr gibt es den ersten Hausbesuch, um 13 Uhr hole ich die Kinder ab. Anschließend werden Hausaufgaben gemacht und dann außerschulische Aktivitäten wie z.B. Sport. Währenddessen noch ein oder zwei Hausbesuche, anschließend Abendessen, Kinder ins Bett bringen, administrative Tätigkeiten und zwischen 22 und 24 Uhr komme ich dann auch ins Bett.
An den Tagen, an denen ich in der Klinik bin, kommt noch ein Schichtdienst dazu (Früh-, Spät- oder Nachtdienst), dann betreue ich die Frauen vor oder nach meinen Dienst.

Wie viele Frauen bzw. Familien betreust du gleichzeitig? Was ist dabei die Schwierigkeit?

Ich betreue drei bis vier Frauen pro Monat.
Die Schwierigkeit ist als Hebamme und Mutter alles unter einen Hut zu bringen. Oft fehlt einem die Zeit, die man sich gerne nehmen würde. Da in ländlicheren Gegenden kaum noch Hebammen arbeiten, bin ich des Öfteren länger im Auto unterwegs. Die Zeit fehlt dann oft in der Betreuung. An den Tagen, an denen ich in der Klinik bin, muss ich ebenso zu den Frauen, denn die Babys halten sich selten an feste Termine. Zudem können immer wieder kleinere Notfälle auftauchen, die die ganze Planung durcheinander bringen.

Was sind deine Hauptaufgaben in der Vorher-Betreuung?

Eine große Aufgabe ist die Schwangerenvorsorge, die Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden sowie die Vorbereitung auf die Geburt. Auch die Beratung zu allen möglichen Themen ist sehr wichtig. Meine Hauptaufgabe in der Schwangerenbegleitung ist jedoch die Bestärkung des eigenen Körpergefühls der Frau. „Du schaffst die Geburt, Du kannst gebären, Du kannst Mutter sein, Du kannst Dein Kind stillen! …“

Was sind deine Hauptaufgaben in der Nachher-Betreuung?

Die Hauptaufgabe ist hier die Betreuung und Beobachtung der Mutter mit ihrem Säugling, Stillen, Ernährungsberatung, Rückbildung Verhütung, uvm. Meine Hauptaufgabe in der Wochenbettbegleitung liegt in der Verarbeitung des Erlebten, Sicherheit ausstrahlen und Bestärkung geben.

Was ist deiner Meinung nach die Lösung für die Problematik der Haftpflichtversicherung?

Ich hoffe, es gibt bald eine!!! Der geforderte Haftungsfonds sollte eingerichtet werden und die Regresszeit muss überdacht werden. Der Verband muss valide Zahlen erheben und Profis zu den Verhandlungen hinzuziehen.

Und zum Schluss noch eine letzte Frage: Warum sind deiner Meinung nach Hebammen wichtig?

Hebammen sind die weisen Frauen, die werdende Mütter in allen Lebensformen unterstützen. Unsere Arbeit enthält einen Großteil an Gesundheitsprophylaxen. Wir sind mehr als nur die Fachfrauen, weil wir nach der Salutogenese arbeiten und uns die ganzheitliche Sichtweise auf ein Familiensystem nicht fremd ist. Wir stärken den Anfang der Gesellschaft und ermöglichen einen guten Start der Familie in einen neuen Lebensabschnitt. Ebenso sind wir Fachfrauen der physiologischen Geburt und müssen uns mit unserem Wissen nicht verstecken. Wir sind wichtig für die Stärkung der Frau in der Gesellschaft. Wir werden gebraucht!

Liebe Agnes, ich danke Dir für das Interview! Als dreifache Mutter und bald wieder werdende Großmutter ist mir eine gute Geburtshilfe- und auch die Vor- und Nachbegleitung für Eltern und Kinder-sehr wichtig. Wir sind gemeinsam gefordert, hier gute Bedingungen zu schaffen!

 

Das Interview fand anlässlich eines Antrages statt. Den Antrag findet Ihr hier: http://landtag/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-535.pdf

Weiterführende Informationen hat der Verband der Hebammen: https://www.hebammenverband.de/startseite/

 

Der erste Dezember ist nicht (nur) der Beginn der Weihnachtssaison, sondern auch der Welt-AIDS-Tag. Philadelphia ist in diesem Falle kein Brotaufstrich, sondern ein Film von 1993, sogar zweifacher Oscar-Gewinner. In der Hauptrolle zu sehen: AIDS und Tom Hanks (sein Durchbruch) im AIDS-Jahrzehnt der 80ger Jahre.

Vorurteile und Ausgrenzung in „aufgeklärten“ Zeiten

Tom Hanks spielt einen aufstrebenden homosexuellen Anwalt, der mit HIV infiziert ist. Als seine Krankheit und sexuelle Orientierung seinen Chefs bekannt werden, wird er entlassen. Der Anwalt wehrt sich, sucht sich einen Rechtsbeistand und kämpft, während sein Gesundheitszustand sich laufend verschlechtert, um Gerechtigkeit.

HIV als Geißel der Schwulen, Perversen und Junkies

Der Film ist ebenso drastisch wie ergreifend, vor allem aber: ein grauenhaft genaues Bild der Bigotterie der 80ger Jahre in Amerika (und hier war das weiß Gott nicht besser). AIDS galt damals als „Schwulenkrankheit“ und wurde deshalb vorrangig als moralisches Problem des sittlichen Verfalls der Gesellschaft und nur nachrangig als medizinisches Problem „behandelt“. AIDS war die Folge eines perversen Lebensstils. Fei nach dem Motto „kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort, große Sünden mit AIDS“.
Nur langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass HIV sich für sexuelle Orientierung gar nicht interessiert und auch „ganz normale“ Menschen hiervon betroffen sind. Hämophilie-(Bluter-)Kranke, Erwachsene wie Kinder, wurden infiziert, weil sich Medikamentenhersteller Tests sparten und dies lange Zeit verheimlichten.

Von der Diskriminierung HIV-positiver Menschen…

Die 80ger Jahre waren in der Folge von einer regelrechten AIDS-Hysterie geprägt: HIV-Infizierte wurden wie Aussätzige behandelt, man traute sich nicht sie anzufassen und erzählte sich schauerliche Geschichten über ihren Lebensstil. Ich erinnere mich noch gut an die Angst und die Gerüchte, als die ersten HIV-infizierten Kinder in Kindergärten und Schulen bekannt wurden. Peter Gauweiler, damals Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, wollte noch 1987 das Bundesseuchengesetz auf AIDS-Kranke anwenden und sie in Internierungslagern festsetzen (bis 2015 saß der gute Mann im Bundestag).

… zur Prävention

Die positive Kehrseite der hohen Aufmerksamkeit für das Problem AIDS waren die aus den Boden sprießenden AIDS-Hilfen und die Mitte der 80ger Jahre einsetzende schulische Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Endlich diskutierten wir nicht mehr über Sittlichkeit, sondern über verantwortlichen Umgang mit Sexualität. Die Slogans „Gib AIDS keine Chance“ und „Kondome schützen“ prägten die Kinder dieser Zeit; und das mit Erfolg! Anders als sittliche Bigotterie (ich lass die Kirche hier mal im Dorf und den Dom in Köln) zeigte der offene Umgang mit AIDS nämlich Wirkung. Die jährliche Ansteckungsrate mit HIV sank in Deutschland von 6000 Menschen im Jahr 1986 auf etwa 2000 Neuansteckungen in den 90ger Jahren. Am ersten Dezember 1988 rief die WHO den ersten Welt-AIDS-Tag aus und etwa ein Jahr zuvor gründete sich die AIDS-Hilfe Leverkusen.

AIDS-Hilfe in Leverkusen

Die AIDS-Hilfe-Leverkusen hat dieses Jahr ihr 30jähriges Jubiläum gefeiert. Unter dem Motto „Das Schlimmste an AIDS ist, über AIDS nichts zu wissen“ leisten die ehrenamtlichen Mitglieder der AIDS-Hilfe-Leverkusen wertvolle Arbeit im Bereich der Information, Beratung und Begleitung von Betroffenen. Ob in Selbsthilfegruppen oder auf Einladung in Schulen, hier finden sich immer kompetente AnsprechpartnerInnen und ich bin froh, dass wir so einen Verein in Leverkusen haben. Beeindruckend an der Jubiläumsfeier waren nicht nur die zahlreichen Gäste, sondern auch die Begegnungen mit einem Gründungsmitglied und Mitstreiterinnen aus den ersten Tagen.

Tina, was kosten die Kondome?

Wenn wir Deutschland und den wohlhabenden Westen insgesamt beobachten, lassen sich die unglaublichen Erfolge der AIDS-Prävention und Aufklärung nicht leugnen. Die jährlichen Neuansteckungen mit HIV betragen seit einigen Jahren in Deutschland etwa 3000 Menschen. Aber nicht nur bei den Neuansteckungen hat sich einiges getan, auch die medizinische Versorgung und die Forschung haben enorme Fortschritte gemacht. HIV-Infizierte können heute sehr lange ein sehr normales Leben führen.
Das ambitionierte Ziel der UNAIDS, dass bis 2020 90% der Infizierten von ihrer Infektion wissen, 90% und 90 % der Therapierten Zugang zu Medikamenten haben sollen, erscheint sogar realistisch: Ein Bericht aus 2016 zeigt, dass bereits über 70% der HIV-Infizierten Menschen ihren Status kennen. 77%von ihnen haben Zugang zu einer Behandlung. Bei 82% der behandelten wird das HI-Virus soweit unterdrückt, dass kaum gesundheitliche Einschränkungen und Ansteckungsgefahren bestehen.
Und trotzdem: die Zahl der weltweiten Neuinfektionen in 2016 mit ca. 1,8 Millionen (davon etwa 160.000 Kinder!) ist immer noch erschreckend hoch.

Risiken und Nebenwirkungen erfolgreicher AIDS-Bekämpfung

Bei Philadelphia muss ich immer an AIDS denken. Geht es Ihnen auch so? Ich stelle mir vor, dass einigen von Ihnen sofort klar war, worauf ich hinaus. Andere mussten kurz nachdenken, und wieder andere konnten keine Verbindung ziehen. Ich will natürlich nicht auf Bildungslücken hinaus, sondern ich vermute, es ist schlicht eine Frage des Jahrgangs: Die Jüngeren unter uns kennen Philadelphia vielleicht nur noch aus der Schule und ich glaube auch AIDS spielt in den heutigen Lebensrealitäten so gut wie keine Rolle mehr. Es ist schlicht kein so verbreitetes Problem mehr. AIDS findet heute woanders statt, entweder räumlich in der „dritten Welt“ oder aber sozialräumlich in den bedauernswerten Milieus der Junkies und sonst irgendwie abgehängten und gescheiterten Existenzen. Und hierin liegt eine Gefahr: Das Kondom steht heute in erster Linie für Verhütung, nicht für Schutz vor Krankheiten. Und mit der heute nahezu flächendeckenden Verwendung der Anti-Baby-Pille scheint die Verwendung des Kondoms nachzulassen. Die Neuinfektion mit Geschlechtskrankheiten nimmt seit einigen Jahren wieder zu. Zwar gilt dies noch nicht für HIV, aber das liegt wohl an den neuen Medikamenten, die die Konzentration des HI-Virus bei HIV-positiven Menschen soweit senken, dass das Risiko einer Ansteckung äußerst gering ist.

Gegen das Vergessen – Gib AIDS keine Chance!

Ich finde es gut, dass AIDS kein Grund mehr zur Panik ist. Und dennoch: es macht mir Sorgen, dass der Film Philadelphia mit dem Thema auch das Vergessen teilen könnte, eine Sorge, die auch auf der Jubilarfeier der AIDS Hilfe Leverkusen zu hören war: Auch hier teilt man das Gefühl, dass AIDS in der Gesellschaft aus dem Blick rutscht und eher als ein Problem in Afrika wahrgenommen wird. Aber wie kann denn in einer globalisierten Welt ein Problem oder eine Krankheit nur regional sein? Denn hier trennen sich die Wege von Film und Krankheit: Der Film darf als Klassiker archiviert werden, HIV und AIDS jedoch dürfen nicht einfach ein Fall für die Geschichtsbücher werden.
In diesem Sinne: Heftet euch die rote Schleife an! Das „Red Ribbon“ als Symbol für Solidarität mit HIV-positiven Menschen und auch einfach als Erinnerung, dass AIDS weder aus der Welt, noch aus Deutschland verschwunden ist!

Hitdorf hat seit Samstag Abend ein neues Dreigestirn.
Traditionell wurde in der Stadthalle Hitdorf das Dreigestirn der letzten Session verabschiedet und das neue Dreigestirn ins Amt gesetzt. Begleitet von einem bunten, abwechslungsreichen Programm war die Proklamation der Höhepunkt des Abends und in diesem Jahr sind sowohl die Jungfrau als auch der Prinz Frauen.
Schön war's wieder dabei sein zu dürfen und ich wünsche allen Jecken und dem Dreigestirn eine schöne, aufregende und unvergessliche Session!

Gestern wurde bei der Prinzenproklamation dann auch der Leverkusener Karnevalsprinz inthronisiert. Ein abwechslungsreiches Programm stimmte die Zuschauer auf den Höhepunkt des Abends, bei dem wohl viele Tränen vom Lachen in den Augen hatten, ein. Prinz Matze I. hatte für unseren Oberbürgermeister eine Retourkutsche parat: hatte der OB dem jungen Prinzen bei seiner Vorstellung in Anspielung auf sein Alter noch einen Roller geschenkt, hat der Prinz gestern dann altersgemäß mit einem Rollator für den OB gekontert. Wir werden nun beobachten, wie der OB zukünftig zur Arbeit fährt ;-)

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